Radtour vom Butterberg durch das Lausitzer Bergland

Butterberg bei Bischofswerda:
Dieser Butterberg hat natürlich nichts mit der in den 1970er Jahren in Europa provozierten Überproduktion von Butter zu tun, sondern es handelt sich um den 385 m hohen Hausberg von Bischofswerda im Lausitzer Bergland. Auf dem Gipfel befinden sich ein gleichnamiger, über 150 Jahre alter Berggasthof, ein 21 m hoher Aussichtsturm, ein Abenteuer-Spielplatz und ein Streichelzoo für Kinder. Ihr Auto können Sie entweder direkt auf dem Gipfel oder auf halber Höhe des Butterberges abstellen. Mit einer Schussfahrt den Butterberg hinab ging es dann auch schon los in Richtung Schönbrunn und über Pohla, Stacha und Wölkau in das Granitdorf Demitz-Thumitz am Fuße des 394 m hohen Klosterberges, einem Westausläufer des Lausitzer Berglandes. Wie der Beiname des Dorfes vermuten lässt, wird in Demitz-Thumitz seit ca. 150 Jahren Granit abgebaut. In der ortsansässigen Steinmetzschule werden Gesellen und Meister im traditionellen Handwerk ausgebildet. Bei der Ortsdurchfahrt empfiehlt sich ein kurzer Zwischenstopp vor der ansehnlichen Grundschule. Dort findet man Bildhauerkunst in Form eines knienden Steinmetzes bei der Arbeit, einen kleinen Granitpark und eine halbrunde Granit-Uhr, deren Funktionsweise sich uns jedoch beim kurzen Hinschauen nicht sofort erschlossen hat. Weiter ging es durch einen der 11 Bögen des 230 m langen und 18 m hohen Eisenbahnviaduktes, bei dessen Bau man in den 1840er Jahren während Fundamentgrabungen erstmals auf Granit stieß. Unmittelbar nach dem Viadukt führte unser Weg nach links in Richtung Birkenrode und über das Honigdorf Medewitz nach Gaußig in den Schlosspark. Der ca. 28 ha große, im 18. Jahrhundert nach barockem Vorbild angelegte und später im englischen Stil gepflegte Gaußiger Schlosspark besticht durch zahlreiche, z.T. sehr großen Rhododendron-Pflanzungen, verschlungene Wege, lauschige Plätze umgeben von Teichen und Bächen und nicht zuletzt durch das ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammende, im klassizistischen Stil erbaute Schloss. Das Schloss Gaußig beherbergt heute ein Hotel gehobener Ausstattung und ist vom Park aus leider nicht öffentlich zugänglich. So verließen wir den schönen Schlosspark, nahmen einen kleinen Imbiss in einem beschaulichen Gartenlokal gleich neben der Parkanlage und fuhren weiter auf wenig befahrenen Landstraßen über Seitschen, Birkau, Kleinpraga und Nedaschütz nach Coblenz. Da der Pfingstmontag traditionell auch der Deutsche Mühlentag ist, hatte in Coblenz die Fehrmann-Mühle geöffnet. Wir mischten uns unter die zahlreichen Besucher, gönnten uns ein Eis und hatten Gelegenheit, Steinmetzen bei kunsthandwerklichen Arbeiten zuzuschauen und ausgestellte alte Traktoren zu bestaunen.
Sehenswert in Burkau ist das Sparkassen-Gebäude des Ortes, ein liebevoll restauriertes Umgebindehaus aus dem Jahre 1858. Von dort aus ging es schließlich über den steilen Nordhang wieder hinauf auf den Gipfel des Butterberges. Gut, dass wir vor dem Aufstieg noch eine Rast an der Waldbaude der Natur- und Heimatfreunde Burkau gemacht und uns beim Blick über das Lausitzer Bergland etwas ausgeruht haben, denn der vor uns liegende Aufstieg zum Butterberg war Fahrenderweise mit unseren Tourenrädern nicht zu bewältigen. So mußten wir unsere Drahtesel bis hinauf schieben, was ziemlich anstrengend war. Um so besser schmeckten das Bier und unser gemeinsames Abendessen im Berggasthof "Butterberg" mit den uns auf dieser Tour begleitenden Freunden. Dabei resümierten wir, dass unsere Radtour um den Butterberg zwar nicht sehr lang (mit ein paar Umwegen waren es 44 km), dafür aber recht hügelig und etwas kräftezehrender als z.B. im flachen Lausitzer Seenland war. In Erinnerung behalten wir die schönen Aussichten auf das umliegende Lausitzer Bergland, die beschaulichen Ortschaften, angenehme Begegnungen und das gute Gefühl nach aktiver Bewegung in der freien Natur.



[«] [Lausitzland] [Gästebuch] [Kontakt] [Digital] [Monat_des_Jahres] [Bauernregeln] [Seen] [Aussichtspunkte] [Lausitz] [STÄDTE DER OBERLAUSITZ] [Lausitzer Bergland]